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 | | From: | Dietmar Schneider | | Subject: | Null hoch Null... | | Date: | Tue, 21 Sep 2004 12:00:28 +0200 |
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 | Hallo,
ich überlege gerade, wieso die Setzung Null hoch Null = 1 sinnvoll bzw. inwieweit sie verträglich ist.
Letztes ist sie, wenn man a^0=1 für beliebige Basen a erklären will; unverträglich ist sie aber mit der Exponentialdarstellung, nach der für jede Potenz
a^b=exp(b ln a)
gilt.
Wie sollte man damit im Schulunterricht umgehen?
Gruß D. Schneider
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 | | From: | Oliver Weinberg | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | Wed, 22 Sep 2004 14:19:58 +0200 |
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 | > Letztes ist sie, wenn man a^0=1 für beliebige Basen a erklären will;
So weit ok.
> unverträglich ist sie aber mit der Exponentialdarstellung, nach der für > jede > Potenz > > a^b=exp(b ln a) > > gilt.
Rechne es aus: a = 0 -> ln a = 1 b = 0 -> b ln a = 0 * 1 = 0 exp (b ln a) = exp(0) = 1
.... was bitte ist hier unverträglich?
:-Olli
------------------------------------------------------------- Oliver Weinberg -------------------------------------------------------------
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 | | From: | Gerd Thieme | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | Wed, 22 Sep 2004 15:15:49 +0200 |
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 | Oliver Weinberg wrote:
> Rechne es aus: > a = 0 -> ln a = 1
Es ist ln 1 = 0, aber nicht umgekehrt.
Gerd
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 | | From: | Juergen Ilse | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | 22 Sep 2004 14:07:11 GMT |
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 | Hallo,
Oliver Weinberg wrote: >> unvertr?glich ist sie aber mit der Exponentialdarstellung, nach der f?r >> jede >> Potenz >> >> a^b=exp(b ln a) >> >> gilt.
> Rechne es aus: > a = 0 -> ln a = 1
Wenn ich jetzt nicht voellig irritiert bin, hat der Logarithmus an der Stelle 0 eine Polstelle, oder taeusche ich mich da? Also ist ln 0 nicht 0 sondern nicht definiert ... a = ln 0 muesste ja die Zahl sein, fuer die e^a den Wert 0 ergibt, allerdings ist e^x fuer *alle* x groesser als 0 (auch wenn die e-Funktion streng monoton steigend und der Grenzwert fuer x --> minus unendlich o ist).
> b = 0 -> b ln a = 0 * 1 = 0 > exp (b ln a) = exp(0) = 1
> ... was bitte ist hier unvertr?glich?
Da ln a nicht definiert ist (und ln a fuer a --> 0 gegen minus unendlich strebt), hat man da auf jeden Fall einen undefinierten Ausdruck im Expo- nenten stehen, und als "0 * minus unednlich" ist da auch nicht sofort ersichtlich, als welchen Wert man das sinnvollerweise interpretieren koennte ... 0 ist kein Teil des Wertebereichs einer Logarithmus-Funktion, unabhaengig von der Basis.
Tschuess, Juergen Ilse (juergen@usenet-verwaltung.de) -- Merke: Die N. ist eine FAQ zur Frage: "Warum nennen mich alle PLONK?"
Oliver Gassner in dsnu ueber die Netiquette.
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 | | From: | Oliver Weinberg | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | Thu, 23 Sep 2004 07:28:36 +0200 |
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 | Oh Gott, Ihr habt ja recht...!
:-Olli
"Juergen Ilse" schrieb im Newsbeitrag news:4151870f$0$416$ccdbfa22@news.usenet-verwaltung.de... > Hallo, > > Oliver Weinberg wrote: >>> unvertr?glich ist sie aber mit der Exponentialdarstellung, nach der f?r >>> jede >>> Potenz >>> >>> a^b=exp(b ln a) >>> >>> gilt. > >> Rechne es aus: >> a = 0 -> ln a = 1 > > Wenn ich jetzt nicht voellig irritiert bin, hat der Logarithmus an der > Stelle 0 eine Polstelle, oder taeusche ich mich da? Also ist ln 0 nicht > 0 sondern nicht definiert ... > a = ln 0 muesste ja die Zahl sein, fuer die e^a den Wert 0 ergibt, > allerdings ist e^x fuer *alle* x groesser als 0 (auch wenn die e-Funktion > streng monoton steigend und der Grenzwert fuer x --> minus unendlich o > ist). > >> b = 0 -> b ln a = 0 * 1 = 0 >> exp (b ln a) = exp(0) = 1 > >> ... was bitte ist hier unvertr?glich? > > Da ln a nicht definiert ist (und ln a fuer a --> 0 gegen minus unendlich > strebt), hat man da auf jeden Fall einen undefinierten Ausdruck im Expo- > nenten stehen, und als "0 * minus unednlich" ist da auch nicht sofort > ersichtlich, als welchen Wert man das sinnvollerweise interpretieren > koennte ... 0 ist kein Teil des Wertebereichs einer Logarithmus-Funktion, > unabhaengig von der Basis. > > Tschuess, > Juergen Ilse (juergen@usenet-verwaltung.de) > -- > Merke: Die N. ist eine FAQ zur Frage: "Warum nennen mich alle PLONK?" > > Oliver Gassner in dsnu ueber die Netiquette.
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 | | From: | Juergen Ilse | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | 21 Sep 2004 10:41:55 GMT |
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 | Hallo,
Dietmar Schneider wrote: > ich überlege gerade, wieso die Setzung Null hoch Null = 1 sinnvoll bzw. > inwieweit sie verträglich ist. > Letztes ist sie, wenn man a^0=1 für beliebige Basen a erklären will; > unverträglich ist sie aber mit der Exponentialdarstellung, nach der für jede > Potenz
> a^b=exp(b ln a)
> gilt.
Gilt nur fuer den Definitionsbereich der jeweiligen Funktionen. Da aber 0 ausserhalb des Definitionsbereichs von ln liegt, kannst du diese Umformung fuer a=0 natuerlich *nicht* vornehmen (und das solltest du deinen Schuelern auch erklaeren, damit sie bei Umfor- mungen darauf achten, fuer welche Werte eine solche Umformung ueberhaupt sinnvoll moeglich ist).
> Wie sollte man damit im Schulunterricht umgehen?
Siehe oben.
Tschuess, Juergen Ilse (juergen@usenet-verwaltung.de) -- Merke: Die N. ist eine FAQ zur Frage: "Warum nennen mich alle PLONK?"
Oliver Gassner in dsnu ueber die Netiquette.
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 | | From: | Peter Niessen | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | Tue, 21 Sep 2004 12:21:57 +0200 |
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 | Am Tue, 21 Sep 2004 12:00:28 +0200 schrieb Dietmar Schneider:
> Hallo, > > ich überlege gerade, wieso die Setzung Null hoch Null = 1 sinnvoll bzw. > inwieweit sie verträglich ist. > > Letztes ist sie, wenn man a^0=1 für beliebige Basen a erklären will; > unverträglich ist sie aber mit der Exponentialdarstellung, nach der für jede > Potenz > > a^b=exp(b ln a) > > gilt.
Beide Varianten machen Sinn, wobei meistens 0^0=1 gesetzt wird.
> Wie sollte man damit im Schulunterricht umgehen?
Keine Ahnung. Das hängt ja stark vom Wissensstand der Schüler ab. Im Zweifel per Ordre de Mufti :-))
Mit freundlichen Grüßen Peter Nießen
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 | | From: | Helmut Richter | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | 21 Sep 2004 10:35:12 GMT |
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 | Peter Niessen:
> Beide Varianten machen Sinn, wobei meistens 0^0=1 gesetzt wird.
Jede andere Setzung provoziert später Sonderfälle, etwa beim Binomischen Satz oder bei Potenzreihen.
>> Wie sollte man damit im Schulunterricht umgehen?
Die Schüler kennen vermutlich die Potenzen zunächst für ganzzahlige Basen und ganzzahlige oder sogar nur natürliche Exponenten, also nicht irgendwie über Logarithmen definiert. In diesem Bereich, wo es keine Grenzwertbetrachtungen irgendwelcher Art gibt, ist aber 0^0=1 unmittelbar einzusehen:
n^0 ist 1, weil es 0 Faktoren sind und deswegen das neutrale Element der Multiplikation genommen werden muss, damit n^(i+1) = n·n^i auch für i=0 noch gilt.
0^n für n>0 ist 0, weil einer der Faktoren 0 ist; das ist aber kein Argument für 0^0.
Helmut Richter
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 | | From: | B. Lachner | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | Tue, 21 Sep 2004 16:58:31 +0200 |
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 | Helmut Richter wrote:
> Peter Niessen: > >> Beide Varianten machen Sinn, wobei meistens 0^0=1 gesetzt wird. > > Jede andere Setzung provoziert später Sonderfälle, etwa beim > Binomischen Satz oder bei Potenzreihen. > >>> Wie sollte man damit im Schulunterricht umgehen? > > Die Schüler kennen vermutlich die Potenzen zunächst für ganzzahlige > Basen und ganzzahlige oder sogar nur natürliche Exponenten, also nicht > irgendwie über Logarithmen definiert. In diesem Bereich, wo es keine > Grenzwertbetrachtungen irgendwelcher Art gibt, ist aber 0^0=1 > unmittelbar einzusehen: >
Hallo,
ich bin der Meinung, dass 0^0 nicht definiert ist. Bei Grenzwerten von Funktionen kann man mit der L'Hospital-Regel womöglich was daraus machen.
Aber ... > n^0 ist 1, weil es 0 Faktoren sind und deswegen das neutrale > Element der Multiplikation genommen werden muss, damit > n^(i+1) = n·n^i auch für i=0 noch gilt. Richtig ... man kann es auch darüber beweisen, das n^a : n^(-a) = n ^0 ist. > 0^n für n>0 ist 0, weil einer der Faktoren 0 ist; Sehe ich auch so ...
> das ist aber kein > Argument für 0^0. Dann müsste mein obiger "Beweis" für n^0 = 1 auch hier gelten: 0^a : 0^(-a) = 1 ... und das kann nicht sein, denn durch Null darf man nicht teilen!
Birgit Lachner.
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 | | From: | Juergen Ilse | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | 21 Sep 2004 15:23:02 GMT |
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 | Hallo,
B. Lachner wrote: > Helmut Richter wrote: >> Peter Niessen: >> Die Schüler kennen vermutlich die Potenzen zunächst für ganzzahlige >> Basen und ganzzahlige oder sogar nur natürliche Exponenten, also nicht >> irgendwie über Logarithmen definiert. In diesem Bereich, wo es keine >> Grenzwertbetrachtungen irgendwelcher Art gibt, ist aber 0^0=1 >> unmittelbar einzusehen: > ich bin der Meinung, dass 0^0 nicht definiert ist. Bei Grenzwerten von > Funktionen kann man mit der L'Hospital-Regel womöglich was daraus machen.
??? Man definiert mehr oder weniger willkuerlich 0^0 zu 1, weil diese Definition zweckmaessig ist, wie Peter bereits erlaeutert hat.
> Aber ... >> n^0 ist 1, weil es 0 Faktoren sind und deswegen das neutrale >> Element der Multiplikation genommen werden muss, damit >> n^(i+1) = n·n^i auch für i=0 noch gilt. > Richtig ... man kann es auch darüber beweisen, das n^a : n^(-a) = n ^0 ist. Damit das stimmt, musst du entweder a=0 setzen oder dein ":" durch ein "*" ersetzen ... (n^a)/(n^(-a)) ergibt ansonsten n^(a*a). Du solltest dir evt. die Rechenregeln fuer Potenzen noch einmal naeher ansehen ...
> Dann müsste mein obiger "Beweis" für n^0 = 1 auch hier gelten: > 0^a : 0^(-a) = 1 ... und das kann nicht sein, denn durch Null darf man nicht > teilen!
.... und selbst wenn dort eine Division statt einer Multiplikation richtig waere (was sie nicht ist), wuerdest du noch immer nicht durch 0 sondern bestenfalls durch 0^0 teilen, was ja nach unserer Definition 1 sein sollte ... Die (zugegebenermassen relativ willkuerliche) Festlegung 0^0 sei 1 hat sich schlicht als zweckmaessig erwiesen, weil man dadurch einen ganzen Haufen an "Sonderregeln" einspart. Aus diesem Grund hat man diese Fest- legung getroffen.
Tschuess, Juergen Ilse (juergen@usenet-verwaltung.de) -- Merke: Die N. ist eine FAQ zur Frage: "Warum nennen mich alle PLONK?"
Oliver Gassner in dsnu ueber die Netiquette.
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 | | From: | Manuel_Hölß | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | Wed, 13 Oct 2004 01:19:11 +0200 |
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 | Juergen Ilse wrote: > ersetzen ... (n^a)/(n^(-a)) ergibt ansonsten n^(a*a). Du solltest dir evt. > die Rechenregeln fuer Potenzen noch einmal naeher ansehen ... > *LOL* Du aber auch! Ich bin für (n^a)/(n^(-a)) = (n^a)*(n^a) = n^(a+a) = n^(2a)
Einverstanden?
Grüße.
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 | | From: | Juergen Ilse | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | 13 Oct 2004 18:08:47 GMT |
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 | Hallo,
Manuel Hölß wrote: > Juergen Ilse wrote: >> ersetzen ... (n^a)/(n^(-a)) ergibt ansonsten n^(a*a). Du solltest dir evt. >> die Rechenregeln fuer Potenzen noch einmal naeher ansehen ... >> > *LOL* > Du aber auch! Ich bin für > (n^a)/(n^(-a)) = (n^a)*(n^a) = n^(a+a) = n^(2a)
> Einverstanden?
Unbemerkt gebliebener Fipptehler auf der Laptop-Tastatur (dass auch '*' und '+' auf der gleichen Taste liegen muessen, nur durch unterschieden ...).
Tschuess, Juergen Ilse (juergen@usenet-verwaltung.de) -- Merke: Die N. ist eine FAQ zur Frage: "Warum nennen mich alle PLONK?"
Oliver Gassner in dsnu ueber die Netiquette.
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 | | From: | Christian Kortes | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | 21 Sep 2004 15:05:17 GMT |
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 | B. Lachner wrote: > ich bin der Meinung, dass 0^0 nicht definiert ist.
Definition: 0^0 = 1.
So, jetzt ist es definiert!
"Ist 0^0 definiert?" http://www.informatik.uni-oldenburg.de/~tjark/dsm/html/node17.html
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 | | From: | Helmut Richter | | Subject: | Re: Null hoch Null... | | Date: | 21 Sep 2004 15:50:50 GMT |
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 | B. Lachner:
> Helmut Richter wrote:
>> n^0 ist 1, weil es 0 Faktoren sind und deswegen das neutrale >> Element der Multiplikation genommen werden muss, damit >> n^(i+1) = n·n^i auch für i=0 noch gilt.
> Richtig ... man kann es auch darüber beweisen, das n^a : n^(-a) = n ^0 ist.
>> 0^n für n>0 ist 0, weil einer der Faktoren 0 ist;
> Sehe ich auch so ...
>> das ist aber kein >> Argument für 0^0.
> Dann müsste mein obiger "Beweis" für n^0 = 1 auch hier gelten: > 0^a : 0^(-a) = 1 ... und das kann nicht sein, denn durch Null darf man nicht > teilen!
Ich habe den einwand so oder ähnlich erwartet. Also ein wenig ausführlicher:
Es ist sowieso kein Beweis, weil man Definitionen nicht beweisen kann, sondern allenfalls eine Begründung, warum die Definition 0^0 = 1 sich besser in die Definition für x^y für positive natürliche a und y einfügt als alle anderen Vervollständigungen der Definition.
Wäre das Argument gewesen: »Damit n^(i+1) = n·n^i auch für i=0 noch gilt, ist zwingend n^0 = 1 für alle n einschließlich der Null«, so wäre es falsch, weil es eben für die Null so nicht geht. Aber das Argument war »Das Produkt aller Elemente der leeren Menge sollte als 1 definiert werden« und das erscheint sinnvoll, egal, ob die Menge leer ist, weil die 0, die 1 oder die 17 nicht da ist.
Das Argument »ein Faktor ist Null« ist dagegen wirklich sinnlos, wenn kein einziger Faktor da ist.
Helmut Richter
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