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Filmkritik: The Village - Das Dorf

Filmkritik: The Village - Das Dorf  
Tuvok
 Re: Filmkritik: The Village - Das Dorf  
Peter Horny
 Re: Filmkritik: The Village - Das Dorf  
Alexander Marquardt
 Re: Filmkritik: The Village - Das Dorf  
Alexander Marquardt
From:Tuvok
Subject:Filmkritik: The Village - Das Dorf
Date:Thu, 06 Jan 2005 22:02:57 GMT
Hier lebt es sich wie im Jahr 1897. Tief im Wald. Ein kleines Dorf. Inmitten
der Wälder von Pennsylvania liegt das 60 Einwohner Dorf, Covington. Es gibt
hier einen Ältestenrat, ein schreckliches Geheimnis rund um die Ortschaft,
keine Technik, totale Abgeschiedenheit von der Zivilisation.



Die eiserne Regel in dem Dorf, niemand verlässt es, denn in den Wäldern
herrscht das Unaussprechliche. Hier leben die Leute wie die Amish People.
Alles ist ruhig, jeder weiß über den anderen Bescheid. Man übt sich im
Gebet, geht in die Schule, hat Tanzveranstaltungen, verbietet die Farbe Rot,
weil sie das Böse anzieht, und hält die Farbe Gelb für eine Schutzfarbe.



NOAH PERCY (Adrien Brody) ist geistig behindert, er hat öfters Rauferein, er
ist einer der Ältesten, geht zur Schule, und die Lehrerin IVY WALKER dessen
Vater EDWARD (Wiliam Hurt) im Ältestenrat ist, hat so was wie die Funktion
einer Lehrerin, Kindergartentante, und Gouvernante.



NOAH ist verliebt in IVY, doch diese liebt eher LUCIUS HUNT (Joaquim
Phoenix), dessen Mutter ALICE (Sigourney Weaver) anfangs gar nicht
einverstanden war. Vielleicht weil IVY blind ist?



Alle leben glücklich und zufrieden, es gibt oft Mutproben wo LUCIUS bis
jetzt fast immer gewann, und eines Tages ist es mit dem Frieden leider aus,
weil ein totes Tier gefunden wurde, gehäutet und getötet. Und dann ein 2.
ein 3. Der Ältestenrat schaltet sich ein, allen voran AUGUST NICHOLSON
(Brendan Gleeson). Man befürchtet das irgendwer im Wald war, und die
Unaussprechlichen gestört hat, die niemanden erlaubt haben aus dem Dorf zu
gehen, denn sonst müßte einer sterben, und so versucht man mit Tieropfern
diese gnädig zu stimmen.



Die Tiere werden zwar angenommen, aber das Grauen nimmt seinen Lauf. Man
findet sogar einen Schuldigen, LUCIUS war im Wald. Und eines Tages passiert
es, NOAH ersticht LUCIUS, der knapp überlebt und nun liegt es an 3 Personen
in die Stadt zu gehen, gegen ein altes Gebot zu verstoßen und ein Medikament
für LUCIUS zu holen.



Ich fand den Regisseur M. Shyamalan immer gut, überhaupt als er "The Sixth
Sense" drehte, den wohl erfolgreichsten Horror oder Gruselfilm der letzten
Jahre oder Jahrzehnte, aber hier hat er eindeutig gefehlt, auch wenn die
Geschichte sehr gut gewesen ist. Der Film ist zwar sehr spannend, er dauert
an die 100 Minuten, aber er läßt viele Fragen offen, und teilweise kam er
mir nicht wie ein Horrorfilm vor, sondern eher wie ein Künstlergruselfilm
für verkappte Hausfrauen die auf dem 2. Bildungsweg versuchen Staubsaugen zu
lernen.



Seit Unbreakable müßte eigentlich klar sein das der Regisseur eigentlich
keine Horrorfilme filmt, aber der Verleih Buena Vista verkündet das es eben
ein Horrorfilm ist. Vielleicht ist das eine bewusste Irreführung die
zwangsläufig viele Kunden anlocken soll.



Eigentlich war der Film "Signs" auch kein Film über Aliens, und genauso
wenig ist der Film hier ein Film über "Waldmonster". Wenn man intelligent
ist, könnte man sich eigentlich recht gut vorstellen das dieser Film als
Parabel über das heutige Amerika funktioniert, da die Politischen Zweige
ungefähr so ähnlich sind wie in dem Film. Warum hat der Regisseur den Namen
Walker gewählt? Zufällig? Oder weil er eine berühmte Persönlichkeit in
Amerika darstellt? Die Idee das die Sünde der anderen Menschen die
Betrroffenen zu Einsamkeit verdonnert und Zurückgezogenheit die Lösung für
die Schuld ist, wird heut zu Tage sowieso oft schon gelebt.



Hier ganz extrem. Der Film funktioniert auch als Liebesgeschichte sehr gut
und wenn man bedenkt, welche Körperliche Störung wohl schlimmer ist, Lähmung
oder Blindheit, da muß manch einer aufgeben, aber wenn man sich den Film
ansieht, welchem Mut Ivy durch Ihre Blindheit eigentlich zugetraut wird, von
Ihrem Vater und auch von den anderen Ältesten, könnte man direkt glauben das
Blindheit die gnadenvollste Behinderung ist. Sie hat daraus eine Tugend
gemacht und anhand Ihrer Fähigkeiten zeit Ihres Lebens sich zurecht zu
finden, sogar Ihr Leben und das des Dorfes retten können.



Wie sie allerdings so gut mit Ihrer Blindheit umgehen konnte, liegt
wahrscheinlich darinnen das es in dem Dorf keinen Verkehr und keine
Kriminalität gab. Sehr schön in dem Film fand ich, wie Lucius ständig die
ausgestreckte Hand seiner Liebsten nahm um sie in Gefahr wegzuführen, obwohl
er ein stilles Wasser war und seine Liebe Ihr nicht preisgab, er hat das
einfach als selbstverständliche Geste gesehen, da er auch ein gutes Herz
hatte.



Irgendwie hat der Film gar nicht was mit Blockbustern zu tun obwohl viele
gute und bekannte Schauspieler mitspielen und wenn man bedenkt, das der Film
eigentlich 60 Millionen US $ verschlungen hat, müßte man eigentlich glauben,
in dem Film gäbe es vielmehr an Monstern und CGI Effekten, aber nichts war
zu sehen von Effekten oder irgendwelchen Computergenerierten Monstern. Und
da kann man wiederum einhaken, schade darum, aber der intelligent geneigte
Kinozuseher wird dem eher gut gegenüberstehen.



Trotzdem war der Film für mich ein bißchen eine Enttäuschung, obwohl sich
meine schon vor Furchtflecken geplagte bessere Hälfte sich schön brav an
meine zarte fleischige Schulter anlehnte, und ihre zarten Krallen ein
bißchen tief in mein Lungengewebe getrieben hat muß ich doch sagen, das mir
der Film etwas langweilig vorkam, und ich anhand des Trailers doch mehr
vermuten lies.



Ich finde das der Film eigentlich eine Art gepflegte Langeweile hatte, wenn
man mal bedenkt was man heute für Kinokost gewohnt ist. Der Film
funktioniert eher als dramatische gut verflochtene Liebesgeschichte als ein
Horrorspektakel. So gefreut habe ich mich anfangs, und auch die Wendungen
für die Shyamalan so berühmt wurde in seinen letzten 3 Filmen schätze ich so
sehr, auch hier, und schon alleine die Idee des Unaussprechlichen war für
mich ein Grund zu Freudensgedankensprüngen, aber je näher die Auflösung kam,
und bis sie da war, wurde ich eigentlich herb enttäuscht, habe mich aber
trotzdem daran gewöhnt über den Film nicht schlecht zu maulen, da ich die
Schauspielerische Leistung und die Idee des ganzen sehr gut gefunden habe.



Wie immer hat der Regisseur einen ganz kleinen Camoeauftritt in dem Film.
Gut war in dem Film das sich die Spannung schön langsam aufgebaut hat, und
obwohl man eigentlich nie oder fast gar nichts außer Geräusche und die
Subtilität in seinen Gedanken hörte und fühlte, hat der Film eine gute
Wirkung hinterlassen, überhaupt an so schwache Wesen wie die Frauen die dann
meistens im Kino sitzen und warten bis sie wieder mit Ihrem hellstimmigen
Organ so grässliche Schräge Kreischende Markerschütternde unorgastische
Schreie auslassen können und hoffen das sich die furchtgeplagten
fortpflanzungswilligen Männer sich Ihrer annehmen und sich die Fingernägel
in die Halsschlagader bohren lassen, während sie dem schwachen Geschöpf in
einige nicht unbedingt nur zur Fortpflanzung bestimmte Körperöffnungen Dinge
schieben die nicht gerade künstlicher Natur sind, was in dem Film besonders
gut geht, wenn kein Mensch in dem Kino ist und man sich den Film unter der
Woche am Nachmittags ansieht.



Aber einige Fragen hatte ich doch zu dem Film, woher kam das Brennholz? Man
sah nie wem was abholzen, woher kam die Kreide in der Schule? Selber gemacht
aus Steinen? Woher kam eigentlich alles was sie in der Stadt gehabt haben,
wenn sie doch so abgeschottet waren? Und das seit 1897?



Ich finde das Ivy am besten spielt, so ne richtige Toughe Blinde, Sigourney
hat viel zu wenig gut gespielt, Ihr Part in dem Film war eigentlich eher
unwichtig, und sie hat deswegen auch nicht richtig Gas gegeben, und man
merkte, sie ist einfach nur so dabei, wie ne Pflanze, genauso wie William
Hurt, der zwar immer gut ist, oder immer öfters, aber auch nur irgendwie
dabei war. Am besten gefiel mir wie gesagt Ivy, dann Lucius, weil Phoenix
auch im letzten Film von Shyamalan - Signs - recht gut gespielt hat. Dann
war da noch Adrien Brody, bekannt aus dem Film "Der Pianist". Hier hat er
nicht besonders gut spielen müssen, er war einfach auch nur anwesend,
wahrscheinlich weil seine Rolle das nicht zugelassen hat, weil er eben nicht
die Hauptrolle hatte.



Die Musik wurde immer gut eingesetzt, sie war oft ein Sinnbild für die
Spannung, und wurde auch nicht störend, aber sie war auch nicht irgendwie
nötig, sie war einfach gut, und nicht fantastisch, nicht schlecht, eher
besseres Mittelmaß. Man sollte sich wie gesagt vom Trailer zu diesem Film
nicht täuschen lassen da dieser viel spannender ist als der ganze Film, und
wenn ich den Film in 2 Hälften zerschneiden, war der Anfang langweilig, dann
wurde er spannend.



Der Film kann auf alle Fälle einige Schreckmomente aufweisen, aber man hätte
mehr daraus machen können, denn wo angefangen wurde, wurde auch abgebrochen,
dort wo wichtige Zitate gesprochen wurden wurde nicht weitergemacht, schade
darum. Der Film ist allenfalls ein guter Drüberstreuer und nicht das was ich
gewohnt war vom Regisseur bisher, und ja ich habe mir mehr erwartet, darum
muß ich folgende Wertung bekannt geben.



74,401 von 100
From:Peter Horny
Subject:Re: Filmkritik: The Village - Das Dorf
Date:6 Jan 2005 22:31:59 GMT
"Tuvok" schrieb:

> Der Film kann auf alle Fälle einige Schreckmomente aufweisen,

Für dich ist der größte Schreckmoment wohl der Abspann. Denn dann musst
du heimlaufen, zwanghaft deine Kritzis in die Tastatur klopfen, und so
rasch wie möglich wieder ins Kino rennen.

Ein typisches Suchtverhalten, jetzt wo du zu Weihnachten ein bisserl
Geld oder Kinogutscheine bekommen hast, so rasch wie möglich alles
verprassen. Und später kommt dann wieder die Phase der Ernüchterung, wo
du nur 2 mal in der Woche ins Kino schaust.
From:Alexander Marquardt
Subject:Re: Filmkritik: The Village - Das Dorf
Date:Fri, 7 Jan 2005 11:01:09 +0100
Peter Horny schrieb:

> Ein typisches Suchtverhalten, jetzt wo du zu Weihnachten ein bisserl
> Geld oder Kinogutscheine bekommen hast,

Den hat er heruntergeladen. Aber ansonsten: ACK!

Grüßle vom

/Alex/
--
Ich sehe was, was Du nicht siehst: www.jatv.de
Da ist leider kein Kraut gegen gewachsen.
From:Alexander Marquardt
Subject:Re: Filmkritik: The Village - Das Dorf
Date:Fri, 7 Jan 2005 11:03:30 +0100
Raffael Segovia schrieb:

> das dieser Film als
> Parabel über das heutige Amerika funktioniert

Ein Wort wie "Parabel" aus Deinem leeren Kopf? Neinein!

http://www.jungewelt.de/2004/09-09/021.php

Grüßle vom

/Alex/
--
Ich sehe was, was Du nicht siehst: www.jatv.de
Ich glaub, ich bin im Affenzirkus.
   

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