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Filmkritik: Das Geheimnis der Frösche

Filmkritik: Das Geheimnis der Frösche  
Tuvok
From:Tuvok
Subject:Filmkritik: Das Geheimnis der Frösche
Date:Mon, 20 Dec 2004 18:58:09 GMT
Die Eltern von LILLI gehen auf Safari nach Afrika, und natürlich bleibt
LILLI bei FERDINAND dem alten Adoptivvater von TOM der dauernd zu ihm
Großvater sagt, und dessen Frau JULIETTE sich wie eine richtige Mutter um
TOM kümmert. Der wiederum verstehet sich sofort mit der schwächlich
aussehenden sehr braven und gut situierten Tochter LILLI.



Auf dem Hof von FERDINAND leben Elefanten, Tiger, Löwen, und sonstige Tiere,
ein wahres Idyll, doch dieses wird jäh gestört, denn die Frösche im hiesigen
Teich warnen die Kinder vor der unabwendbaren Tatsache einer kommenden
Sintflut.



Und nun bleibt nur mehr 1 Tag Zeit wo sich FERDINAND gerade retten kann, und
die zur Arche Noah umgebaute Scheune fungiert hier als einziger
Überlebenshort für die Tiere am Bauernhof, die sich nicht damit abfinden
können das sie dauernd Kartoffeln essen müssen, und dann kommt noch eine
verräterische Schildkröte dazu.



Wieso der deutsche Titel so unpassend ist, ist mir ein Rätsel, denn der
Zeichentrickfilm aus französischer Produktion heißt im französischen Titel,
wenn man in übersetzt, Die Prophezeiung der Frösche, da es ja eigentlich im
großen und ganzen in dieser philosophischen Geschichte darum geht, das
Frösche ja eigentlich eine Sintflut prophezeien.



Zeitweise kommt das ganze vor als wäre es ein kleiner Verschwörungsthriller,
und noch dazu können Menschen und Tiere miteinander reden was höchst
erfreulich ist, denn so kann man zwischen der Kommunikation von Kleintieren
und Menschen etwas verstehen, wobei sich aber niemand wundert, was mich
wiederum an Greenpeace erinnert, die mit Ihrer Veganerkampagne soweit bald
gehen würden, das sie Tieren einen Chip einpflanzen lassen würden, damit
diese reden und schreien könnten, wenn Ihnen Gewalt angetan würde.



Irgendwie ist das ganze eine archaische Geschichte, die von Kindesaugen
gesehen wird, aber dennoch in den Bereich des Erwachsenen geht. Das ganze
ist natürlich weit weg von Disney Zeichnungen, und sonstigen schönen CGI
Filmen, im Zeichentrickbereich, denn diese bestechen zwar durch Ihre Optik,
sind aber meistens so technisch und übertrieben, das man von der Geschichte
nicht viel mitbekommt, was oft nicht wichtig ist, aber bei dieser Geschichte
hier elegant umgangen wird. Denn durch die einfachen Zeichnungen, und den
kindlichen Spielcharakter der einzelnen aneinanderhängenden Szenen, wird
viel mehr klar, um was es im Leben wirklich gut geht.



Die Message, die eigentlich Aussage, der Glaube an sich, an das Gute, an
GOTT, die Beziehung zwischen Mensch und Tier, die Aussage das man immer
Frieden halten soll, wer mit dem Schwert umgeht wird durch das Schwert
umkommen. Die Musik ist recht gut, für einen Zeichentrickfilm und
ungewöhnlich, und Nina Hagen leiht der bösen Schildkröte die Stimme.



Vor diesem französischen Film gab es auch einen halbwegs erfolgreichen in
Frankreich, "Das Rennen von Belville" der etwas grotesk gewirkt hat. Der
Film hat eine gewisse naive Poesie, die z.B auch darin zu Tragen kommt, als
alle am See waren, oder halt bei der Sintflut am Wasser, und in der Ferne
gibt es nichts, außer dem Horizont, wie ungefähr das Fortpflanzungsorgan von
Dolly Buster.



Die herrliche Artenvielfalt auf dem Boot wird schon langsam zum Psychowahn,
wo jeder nur streitet, obwohl aus Sicherheits- und Kollegialitätsgründen
jeder ein Vegetarier ist. Die gemeinsame Basis zu finden, welcher es
verschiedenen Subjekten ermöglicht eine friedliche Kommunikationsbasis zu
finden, ist hier ein wichtiges Thema ungefähr wie die Erkenntnis das die
Welt im Aussterben ist wie bei "Walking Live".



Schön war es das in dem Film ein schwaches Geschöpf der Bösewicht ist, die
Schildkröte, nicht der friedvolle vegetarisch ruhige freundliche Löwe, was
eine gute Idee ist, denn der Starke ist eigentlich der Schwache, wenn er es
nicht versteckt, wie es heut zu Tage üblich ist, was ein gutes Beispiel für
unsere momentane Gesellschaft ist, in der wir versuchen unsere ureigensten
Gefühle und Gedanken zu verstecken.



Der Film hat klar traditionell verteilte Rollen, wo die afrikanische Mutter
kocht, der französische alte Mann, der den Jungen adoptiert hat ist der
Führer, und das Kind ist ein Trottel, und so passen alle gut zusammen wie es
heut zu Tage im Leben ist, und ich finde das haben die Produzenten sehr gut
gemacht, so gut das sogar meine bessere Hälfte meinte, das der Film ein sehr
gutes Parabelstück ist, das in unsere heutige Zeit paßt.



Schön fand ich den Einsatz einer armenischen Duduk, die zu den Kamantscha
und der Kanza zu den traditionellen berühmten Musikinstrumenten zählt, und
einen schönen melancholischen Ton erzeugt. Trotzdem kann ich nicht sagen das
mich der Film mit einem altmodischen Bilderbuchstil gefangen genommen hat,
weil er einfach zu einfach ist, was mir nichts ausmacht, aber es fehlt
einfach die Action. Sicher ist die hier nicht wichtig, denn bei der
Geschichte geht es eigentlich um die Arche Noah in Form eines 3 Stöckigen
Hauses, das so groß wie der Balkon meiner Freundin ist, was aber nichts
ausmacht. Gestört oder geärgert hat mich maximal das der Film zu gewöhnlich
dargestellt wurde, denn diese Geschichte hätte wirklich mehr Aufmerksamkeit
der Trickspezialisten erfordert.



Rache, Vergebung, Umweltzerstörung symbolisieren ein bißchen von biblischen
alten Werten, die heut zu Tage verloren gegangen sind, leider, und es ist
trotzdem kein Kitsch geworden. Warum Juliette dauernd keine Schuhe trug weiß
ich wirklich nicht. Aber trotzdem, ich kann den Film empfehlen, auch wenn er
meiner Meinung nach hätte besser sein können.



70 von 100
   

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