newsgroups-index (beta)

Current group: oesterreich.tuvok

Filmkritik: Darf ich bitten?

Filmkritik: Darf ich bitten?  
Tuvok
 Re: Filmkritik: Darf ich bitten?  
Peter Horny
 Re: Filmkritik: Darf ich bitten?  
Tuvok
 Re: Filmkritik: Darf ich bitten?  
David Seppi
 Re: Filmkritik: Darf ich bitten?  
Toni Grass
 Re: Filmkritik: Darf ich bitten?  
Tuvok
 Re: Filmkritik: Darf ich bitten?  
Wolfgang Koenig
 Re: Filmkritik: Darf ich bitten?  
Toni Grass
From:Tuvok
Subject:Filmkritik: Darf ich bitten?
Date:Sun, 28 Nov 2004 08:00:12 GMT
JOHN CLARK (Richard Gere) ist 19 Jahre mit BEVERLY (Susan Sarandon)
verheiratet, er ist Anwalt hat 2 Kinder. Seine verrückte Tochter JENNA
registriert ihn nicht einmal richtig als er Geburtstag hat. Er fährt jeden
Tag mit der S-Bahn in die Arbeit. Und immer wenn er nach Hause fährt, sieht
er bei einer Station eine schöne Frau am Fenster stehen.



Das Fenster gehört zur Tanzschule Mrs. Mitzi, die Frau am Fenster ist
PAULINA (Jennifer Lopez) wie sich später rausstellt, die 2. Tanzlehrerin in
dieser Schule.



BEVERLY ist als Geschäftsführerin von einem Modegeschäft tätig, sie
dekoriert, macht den Einkauf, ist ziemlich viel beschäftigt, und hat noch
den Haushalt dazu, die Kinder treiben sich in der Landschaft der Jugend
herum, und entdecken alles mögliche neue.



Irgendwann denkt sich JOHN, bei dieser Tanzschule vorbeizusehen, und das
macht er auf, wo ihm eine Frau BOBBIE ein paar Kleider in die Hand drückt
und ihn heißt mit rauf zu kommen, ihm tragen zu helfen, und ihr nicht auf
den Arsch zu gucken.



Er lässt sich einschreiben, jeden Mittwoch um 19:30, 45 US $ die Stunde,
und bleibt gleich da, da es Mittwoch ist und beginnt mit seiner ersten
Stunde. Was er nicht macht ist das er seiner Frau erzählt wo er warum ist,
und die findet das raus, weil sie ihm nicht glaubt, das er dauernd in der
Arbeit ist, indem sie einen Privatdetektiv engagiert, der 2.000 US $ für
eine Überwachung verlangt. DEVINE (Richard Jenkins) und sein wissbegieriger
studierter Kollege SCOTTIE kommen bald dem seltsamen Treiben dahinter, und
legen BEVERLY alles vor die absolut nicht versteht wieso er jetzt auf einmal
weg ist.



JOHN jedoch dürfte sich ein bisschen in das jugendliche Gemüt von PAULINA
verliebt haben, was auch seine 2 neuen Anfängerkollegen CHIC und VERN
verstehen. CHIC, fettleibig will demnächst irgendwann heiraten und möchte
wegen seiner Freundin tanzen lernen, VERN kam her, weil er schöne Mädchen
sehen will, mit denen er ausgehen möchte, sein Motto ist, je besser man
tanzt, je besser ist man im Bett, und so kriegt man jede rum.



Eines Tages trifft JOHN auf seinen Arbeitskollegen LINK PETERSON der
allgemein als Macho bekannt ist, Footballnarr, der JOHN aber beichtet das er
lieber in Pailettenkleidern herumläuft und tanzen geht, und bittet ihn
nichts zu verraten.



So ungefähr klingt die Inhaltsangabe, trifft den Kern ziemlich genau, die
Frage jedoch ist es, wozu darf ich bitten oder wie schafft man es "Dirty
Dancing" mit "Pretty Woman" zu mischen mit einem bisschen "Save the last
Dance"? Mich erinnert der Film auch irgendwie an "Weil es dich gibt", und
zwar weil er auch so ein leicht beschwingtes Kitschiges ähnliches Thema als
Mittelpunkt hat. Wahrscheinlich weil es der gleiche Regisseur war der den
Film gemacht hat. Robert Chelsom. Der hat ja viel Erfahrung, aber wieso er
gerade so ein eher uninteressantes Thema zu 100 Min. Kitschzelluloid
verfilmt hat ist mir eigentlich ein Rätsel, dachte ich am Anfang, was auch
angehalten hat, bis aufs Ende, also da war dann der Film wieder ein klein
bisschen rehabilitiert.



Das ganze ist so ein richtiger Schmachtfetzen, wenn man gut aufgelegt ist
braucht man eine ganze Matratze zum Tränen abwischen, was mitunter im Kino
schwer sein wird, da in Kinosälen heutzutage etwas wenig Matratzen
herumstehen. Macht auch nichts, ich habe meiner besseren Hälfte einfach ein
paar Sitzbezüge ausgerissen, die musste nämlich ein paar Mal kräftig
schluchzen.



Ich sah das ganze eher polemisch, männlich technisch und dachte mir während
der ganzen Zeit, naja schön, Richard Gere, ein richtiger Beau, dann eine
Lopez, die aussieht wie Aschenputtel aus dem Schönheitssalon, einfach
bezaubernd, Schauspielleistung gerade erträglich, hübsches Gesicht, nett
angezogen, etwas übertrieben dargestellt. Vor allem die Szene als Gere ihr
den Mantel abwischen will, der zuvor bekleckert wurde, der Mantel ist
natürlich ein Wildlederstück, eine Antiquität, natürlich von Ihrem Vater,
Paulina nimmt natürlich kein Taschentuch, weil sie mit Ihren Schülern nie
was anfängt, und irgendwann entschuldigt sie sich dafür, eh klar, sie ist ja
ne Englische Dame, und Tänzerin, noch dazu steht sie mehr auf Walzer,
Foxtrott, und Quickstepp als auf lateinamerikanische Tänze, sieht man der
Latinobraut natürlich voll an, und das ist so was von glaubhaft das ich mich
wirklich wunderte, wie man auf so einen Drechbuchmisteintrag kam.



Also zurück zum Mantel, die 2 kamen sich irgendwie kurz über den Mantel
näher, Gere, selber glücklich verheiratet will natürlich nichts mit Ihr
anfangen, sie tut ihm nur leid, obwohl sie für ihn eine geile Braut ist, zu
Hause läuft ja nichts mit seiner Frau, die 2 Kinder sind nur kurz am Rande
zu sehen.



Kitschig war ja auch am Anfang als er Geburtstag gefeiert hat, und sich die
Tochter nicht mal bei der Geburtstagsfeier zurückhalten konnte und mit dem
Freund telefoniert hat, und dabei Ihren Vater lächerlich machte, also so was
ist ein Blödsinn, die Familie ist reich, er ist natürlich Anwalt, die Frau
leitet eine Kosmetikfirma, was natürlich eh klar ist, nie siehst du einen
Dreck, keiner geht scheißen, niemand hat Durchfall, das Haus sieht aus als
wäre es ständig von einer Truppe Heinzelmännchen geputzt worden, obwohl man
nie wem putzen sieht, nie liegt Dreck herum wie in einer normalen
gutbürgerlichen Familie.



Der Film ist eigentlich keine Seitensprunggeschichte, sondern stellt
eigentlich die Sinnhaftigkeit seiner Handlungen in einer langen Ehe dar, wo
man erst aber nach dem Ende des Filmes dahinter kommt. Die Midlife Crisis
die recht nett, aber viel zu kurz dargestellt wurde, ist eher eine
Veränderung seines Blickwinkels, als eine Krankheit die zum Ärger der Frau
existiert. Für mich war der Film irgendwie eine Schmonzette, nicht ganz aber
meistens, und außerdem war er viel zu stark orientiert an den Schauspielern.
Alleine schon wie Gere dauernd mit Krawatte tanzt, nie schwitzt, oder wenig,
und man sieht ihn auch nie duschen, wahrscheinlich badet er im Firmenklo.



Der Film ist etwas für angehende Gentlemänner, und für Stierkämpfer, so
richtig nett wenn man eine Frau ist, hier ist Frau noch wirklich was
wichtiges, was ja teilweise in unserer westlich verprüdeten
übermaterialisierten Welt schon aufgehört hat, was teilweise wieder gut ist,
was aber abhängig von Frau und Land ist, wo man aber wirklich nicht oft
sagen kann, wo es heut zu Tage besser ist, in islamischen Ländern, in
südlichen wo Frau noch König ist, in Italien, wo Männer Ihre Mütter
heiraten, oder in Mitteleuropa, wo Frauen gleichberechtigt sind, und wenn
sie es mal nicht sind, schwupps hocken sie schon in einer der unzähligen
volksverblödeten Talkshows.



In dem Film findet man Liebe und Tanz zu Hauf, oder wenigstens ein bisschen,
ich hätte mir mehr gewünscht, ich habe schon bessere Liebes und Tanzfilme
gesehen, und dann war da noch ein netter Stanley Tucci, dem ich nicht abnahm
das er seine Leidenschaft Tanzen versteckte, und den Ärger den er mit
Kollegen hatte, dem nehm ich ihm auch nicht ab, das war zu wenig beleuchtet,
aber eine nette Idee. Dann dazu seine blöde Perücke, und noch die Tänzerin
Bobbie, dauernd sagt sie Ihre Meinung, ist extrovertiert, dick und hässlich,
soll nett sein, und das ganze ist auch etwas übertrieben dargestellt, und
Ihr Leben zu wenig beleuchtet.



Auch hat mich gestört das eine Tanzschule wie Mr. Mizzi nur 3 Schüler hat,
die andere sieht man nie oder wenn dann nur kurz, man hört nichts von der
Vorgeschichte, und die Tanzmeisterschaft am Ende, war ein Hohn, da gab´s
schon viel besseres.



Eigentlich ein Film für altmodische Romantiker, und für Kniggefans,



70,44 von 100
From:Peter Horny
Subject:Re: Filmkritik: Darf ich bitten?
Date:28 Nov 2004 10:22:38 GMT
"Tuvok" schrieb:

> Der Film ist etwas für angehende Gentlemänner, und für
> Stierkämpfer, so richtig nett wenn man eine Frau ist,

versus

> Eigentlich ein Film für altmodische Romantiker, und für
> Kniggefans,

Was jetzt? Außerdem fehlt am Schluss der Aufzählung noch was.
From:Tuvok
Subject:Re: Filmkritik: Darf ich bitten?
Date:Sun, 28 Nov 2004 10:54:16 GMT

"Peter Horny" schrieb im Newsbeitrag
news:Xns95AF74555A637tuvok@195.96.0.6...
> "Tuvok" schrieb:
>
>> Der Film ist etwas für angehende Gentlemänner, und für
>> Stierkämpfer, so richtig nett wenn man eine Frau ist,
>
> versus
>
>> Eigentlich ein Film für altmodische Romantiker, und für
>> Kniggefans,
>
> Was jetzt? Außerdem fehlt am Schluss der Aufzählung noch was.

nach dem beistrich geht der satz ja weiter
die 1. Aufzähung ist meine Interpretation
die 2. die wie sie die masse sieht.
From:David Seppi
Subject:Re: Filmkritik: Darf ich bitten?
Date:28 Nov 2004 11:04:15 GMT
Tuvok wrote:

> nach dem beistrich geht der satz ja weiter
> die 1. Aufzähung ist meine Interpretation
> die 2. die wie sie die masse sieht.

Woher willst denn das wissen?
From:Toni Grass
Subject:Re: Filmkritik: Darf ich bitten?
Date:Sun, 28 Nov 2004 11:32:19 +0000 (UTC)
David Seppi wrote:
> Tuvok wrote:

> > nach dem beistrich geht der satz ja weiter
> > die 1. Aufzähung ist meine Interpretation
> > die 2. die wie sie die masse sieht.

> Woher willst denn das wissen?

Raten? Machen doch Politiker auch so.

Toni
From:Tuvok
Subject:Re: Filmkritik: Darf ich bitten?
Date:Sun, 28 Nov 2004 16:40:54 GMT

"Toni Grass" schrieb im Newsbeitrag
news:cocd03$c2g$1@tahina.priv.at...
> David Seppi wrote:
>> Tuvok wrote:
>
>> > nach dem beistrich geht der satz ja weiter
>> > die 1. Aufzähung ist meine Interpretation
>> > die 2. die wie sie die masse sieht.
>
>> Woher willst denn das wissen?
>
> Raten? Machen doch Politiker auch so.

genau
From:Wolfgang Koenig
Subject:Re: Filmkritik: Darf ich bitten?
Date:Sun, 28 Nov 2004 21:45:34 GMT
Toni Grass gibt zum Besten:
> David Seppi wrote:
>> Tuvok wrote:

>> > nach dem beistrich geht der satz ja weiter
>> > die 1. Aufzähung ist meine Interpretation
>> > die 2. die wie sie die masse sieht.
>
>> Woher willst denn das wissen?
>
> Raten? Machen doch Politiker auch so.

Ja, aber die könnens auch nicht.

Wolfgang
From:Toni Grass
Subject:Re: Filmkritik: Darf ich bitten?
Date:Sun, 28 Nov 2004 22:03:19 +0000 (UTC)
Wolfgang Koenig wrote:
> Toni Grass gibt zum Besten:
> > David Seppi wrote:
> >> Tuvok wrote:
>
> >> > nach dem beistrich geht der satz ja weiter
> >> > die 1. Aufzähung ist meine Interpretation
> >> > die 2. die wie sie die masse sieht.
> >
> >> Woher willst denn das wissen?
> >
> > Raten? Machen doch Politiker auch so.

> Ja, aber die könnens auch nicht.

Vom Können war nicht die Rede.

Toni
   

Copyright © 2006 newsgroups-index   -   All rights reserved   -   Impressum